Positionspapier TRANSET-Jugend-Köln und der JUNGEN GRUPPE Köln zum Thema “Sicherheit im Nahverkehr”


 

Einleitung

 

 

Da es in den letzten Monaten, bzw. Jahren häufig zu Übergriffen auf Fahrgäste und Kollegen der DB AG gekommen ist, wollen sich die JUNGE GRUPPE der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Köln und die TRANSNET Jugend Köln zu diesem Thema positionieren.

 

Auf den folgenden Seiten wollen wir aus Sicht der Jugendorganisationen unsere Positionen zum Thema „Sicherheit im Nahverkehr“ darlegen.  

 

Es stellt sich jetzt die Frage, warum die JUNGE GRUPPE der GdP Köln und die TRANSNET Jugend Köln für dieses Positionspapier zusammenarbeiten?

Sicherheit geht JEDEN etwas an!

Hintergrund ist, dass die meisten Übergriffe im Nahverkehr in den Zügen und auf den Bahnhöfen der DB AG stattfinden. Oftmals folgt dann ein Polizeieinsatz. Daher haben wir uns zusammengeschlossen, um gemeinsam auf die Missstände aufmerksam zu machen.

 

 

1.Sicherheit der Fahrgäste

 

 

Jeder kennt die unangenehme Situation, wenn man nachts nach Hause fährt. Sei es am Wochenende nach einer Party oder in der Woche nach der Spätschicht. Nachts, in den Zügen und auf den Bahnhöfen ist dann nicht mehr viel los.

Dann überkommt einen ein komisches Gefühl!

Meistens ist das unberechtigt, aber es gibt nicht selten die Situation, dass man von einem Betrunkenen oder von einer Gruppe halbstarker Männer und Frauen angepöbelt, bedroht oder sogar zusammenschlagen wird. Nicht jeder kann mit solchen Begegnungen umgehen, egal ob physisch oder psychisch!

 

Festhalten und Ausbauen der bewährten Videoüberwachung an Bahnhöfen und in Nahverkehrszügen

 

Gerade im Hinblick auf die Aufklärung von Straftaten liefern Videoüberwachungsanlagen einen elementaren Beitrag. Kameraüberwachung ist ein unverzichtbares Mittel für repressive Maßnahmen. Oftmals können Straftäter nur durch die Auswertung der Aufzeichnung und eine Fahndung mittels des erlangten Bildmaterials ermittelt werden.

Diese bewährte Technik muss sich, gerade an Bahnhöfen und in Zügen, in einem technisch einwandfreien Zustand befinden.

 

Kameraüberwachung kann jedoch nur als Ergänzung zu umfangreichen präventiven

Maßnahmen gesehen werden, da der Abschreckungseffekt leider immer geringer wird.

 

Selbst die modernste Technik kann den Menschen nicht ersetzen

 

Wir fordern eine massive Aufstockung des Sicherheitspersonals in S- und Regionalbahnen, sowie an Haltestellen und Bahnhöfen.

Hierbei sind einseitige Lösungen nicht zielführend, da gerade im Bereich des Nahverkehrs und der Bahnhöfe mehrere Organisationen für die Sicherheit der Fahrgäste zuständig sind.

So muss das Personal bei der Landespolizei, sowie der Bundespolizei konsequent aufgestockt werden.

Ebenfalls sollte eine Verstärkung des Sicherheitspersonals bei der Deutschen Bahn erfolgen, damit dieses auch verstärkt an kleineren Bahnhöfen und Haltestellen präsent seien kann.

 

Lediglich die Anwesenheit von Sicherheitspersonal und Polizei wirkt präventiv und schreckt mögliche Täter von der Tatbegehung ab. Ebenfalls erhöht die Präsenz das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste, die oftmals nur mit einem sehr unguten Gefühl öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Diese Angsträume gilt es durch massive Präsenz zu entschärfen.

 

Unabdingbar ist jedoch die Zivilcourage derer, die eine Straftat unmittelbar beobachten. Hier ist es wichtig den Mut zur Zivilcourage bei den Fahrgästen und in der Bevölkerung allgemein zu stärken. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man darauf vertrauen kann, dass einem innerhalb kürzester Zeit Sicherheitspersonal, aber auch die Polizei, zur Seite stehen.

 

 

2.Mehr Sicherheit für Bahnhofs- und Zugpersonal

 

 

Es kommt oft vor, dass Mitarbeiter der DB AG angegriffen werden und das nur, weil sie ihrer Arbeit nachgehen. Ein Zugbegleiter im Regionalverkehr ist beispielsweise bei Fahrkartenkontrollen auf sich allein gestellt. Gegebenen Falls muss er sogar alleine Fahrgäste des Zuges verweisen. Hierbei kann es leicht zu Übergriffen kommen, weil der verwiese Fahrgast nicht einsieht, den Zug zu verlassen.

 

Betreuung für Mitarbeiter, die Opfer von Gewalttaten geworden sind

Besonders tragisch ist hierbei, dass die Kolleginnen und Kollegen der DB nach einem Angriff oder einer körperlichen Attacke, keine psychologische Betreuung von der DB AG erhalten. Das ist eine Zumutung, da viele Betroffene durch das Erlebte stark belastet sind. Wir fordern, dass es eine intensive Betreuung für die Kolleginnen und Kollegen gibt. Diese muss unbürokratisch und sofort erfolgen!

Zur Prävention könnte man die Mitarbeiter im Voraus schulen, sie auf eventuelle Gefahrensituationen vorbereiten und ihnen Hilfestellungen zur Abwendung solcher Situationen geben. Des Weiteren fordern wir, dass die Kollegen im Zugbegleitdienst nicht mehr alleine fahren, sondern mindestens zu dritt. Das erhöht bei möglichen Tätern die Hemmschwelle, einzelne Mitarbeiter anzugreifen.

 

Endlich wieder in Sicherheit investieren

 

Mehr Präsenz bedeutet auch mehr Polizei und Sicherheitspersonal. Seit Jahren werden der Polizei immer neue Aufgaben aufgetragen. Die wachsenden Aufgabenfelder, insbesondere in der Verkehrsüberwachung und im Objektschutz stehen in einem deutlichen Missverhältnis zum stetigen Personalabbau.

 

Zeit für Präsenzstreifen an Haltestellen und im Nahverkehr bleibt kaum. Der zwangsläufige Rückzug aus diesen Bereichen, steht in keiner Relation zum Sicherheitsbedürfnis der Fahrgäste.

 

Wir fordern daher eine konsequente Aufstockung der Einstellungszahlen im Polizeibereich und eine spürbare Verstärkung des Sicherheitspersonals der DB.

 

Der Polizei muss wieder mehr Zeit für Präsenzstreifen zugeteilt werden. Zusätzlich sollten Vorgeplante Projekteinsätze, bspw. der Hundertschaften, auch die Angsträume im Nahverkehr, wie Bahnhöfe, Haltestellen und öffentliche Verkehrsmittel berücksichtigen.

 

 

3.Moderne und freundliche Bahnhöfe

 

 

Schaut man sich einmal um, stellt man fest, dass viele Bahnhöfe nicht gerade die Schönsten, bzw. Modernsten sind. Diese Bahnhöfe sind oft unübersichtlich, dreckig und in den Abendstunden zu dunkel. Dies muss sich ändern!

Man muss sich hier nur einmal den Kölner Hbf anschauen. Dieser Bahnhof ist gepflegt und ist voll von Sicherheitspersonal. Im Hbf fühlen sich die Fahrgäste sicher. Das muss genauso an den kleinen Bahnhöfen sein. Durch einen freundlichen, gepflegten Bahnhof haben die Fahrgäste ein besseres und sichereres Gefühl, da sie sehen: hier wird gearbeitet und für die Instandhaltung eines kundengerechten, SICHEREN Bahnhofs gesorgt.   

 

 

4. Sicherheit darf nicht zur Mangelware werden

 

Einsparungen dürfen nicht zu Lasten der Sicherheit der Fahrgäste gehen. Die Ausgaben für mehr Personal bei Polizei und der DB Sicherheit, sowie für den Bau und die Umgestaltung von modernen und sicheren Bahnhöfen sind lohnende Investitionen – nicht nur im Bezug auf die Steigerung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste.

Gleichzeitig werden durch die Anwesenheit von Sicherheitspersonal und Polizei die massiven Sachbeschädigungen und Verunreinigungen, bspw. durch Graffiti, verhindert. Gerade die hierfür entstandenen Reinigungs- und Reparaturkosten werden durch Fahrpreiserhöhungen an die Kundinnen und Kunden der Deutschen Bahn weiter gegeben.

 

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